Digitalisierung der Lehre

Einen Schwerpunkt des Lehrstuhls bildet die engagierte Lehre. Da eine interaktive und kommunikative Lehre in vielen juristischen Lehrveranstaltungen nur schwer möglich ist, nutzt die Professur neue Wege im Bereich der Digitalisierung.

Allen Digitalisierungstendenzen zum Trotz ist (und bleibt) Jura eine Text- und Buchwissenschaft. Doch in einer Zeit, in der LegalTech vermehrt Einzug in die Kanzleien hält, sind wir der Ansicht, dass sich digitale Lehr-/Lernkonzepte auch in der juristischen Ausbildung fruchtbar machen lassen müssen. Unser Ziel ist es, digitale Medien mit den Präsenzveranstaltungen zu verzahnen, um mehr Freiraum für die aktive Anwendung des juristischen Lernstoffs in der Präsenzlehre zu schaffen.

Projekte

Zwei Projekte – die von PerLe (Projekt erfolgreiches Lehren und Lernen) mit Drittmitteln unterstützt werden – stehen dabei im Fokus:

  1. Der  „Inverted-Classroom“ in der juristischen Lehre

    Schaubild Inverted Classroom mit Verlinkung zur Informationsseite

    Ab Sommer 2017 wird das juristische Examensvorbereitungsprogramm um einen prozessrechtlichen Teil erweitert. Es ist bereits abzusehen – und auch Konsens –, dass der zur Verfügung stehende Zeitraum nicht ausreichen wird, um den examensrelevanten Stoff in der gebotenen Tiefe und einschließlich der Anwendungsmethodik zu vermitteln. Daher bietet es sich an, diesen – neu eingefügten – Teil des Examensvorbereitungsprogramms gleichsam als „Einstiegsprojekt“ zu nutzen, um E-Learning, basierend auf dem inverted classroom-Konzept, an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät einzuführen. Ziel ist es, die Präsenzlehre mit vorbereitenden 10- bis 15-minütigen Kurzlernvideos zu verzahnen, um mehr Freiraum für die aktive Anwendung des juristischen Lernstoffs in den Präsenzstunden zu schaffen.

    Weitere Infos zum Projekt "Inverted Classroom" auf dem Einfach Gute Lehre Blog von PerLe

  1. Der digitale Fall

    Schaubild mit Verlinkung zu OpenOLAT-KursKlausuren im Ersten Juristischen Staatsexamen bestehen ausschließlich aus Falllösungen. Die Falllösung ist daher der zentrale Aspekt in der juristischen Ausbildung, und zwar von der Studieneingangsphase bis zum Staatsexamen. Viele Studierende beteiligen sich aber nicht aktiv an der Falllösung in der Präsenzveranstaltung. Hinzu kommt, dass die meisten Studierenden Fälle im Eigenstudium allenfalls „lesen“, nicht aber selbst „lösen“. Mit dem digitalen Fall erhalten die Studierenden einen Sachverhalt und sodann die Möglichkeit, den Fall „geführt“ zu lösen. Sie klicken sich schrittweise durch die Lösung und erhalten an schwierigen Stellen gezielte Fragen und Anregungen, mit deren Hilfe die Probleme des Falls erfasst werden sollen. Überdies ist die Lösung mit Übersichten und Videos zum Thema des Falls verlinkt.

    Materialien zur Veranstaltung finden Sie in OpenOLAT

ZIS und ZJS

Auch die Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS) und die Zeitschrift für das Juristische Studium (ZJS) fügen sich in das Konzept der Digitalisierung ein.

Die ZIS ermöglicht in einer multimedial vernetzten Welt einen mühelosen Zugang zu anspruchsvollen strafrechtlichen Abhandlungen: kein Abo, keine Zugangsbeschränkungen, einfach lesen bzw. recherchieren.

Zum Webauftritt der Zeitschrift für Internationale Strafrechtsdogmatik (ZIS)

Die ZJS ist das studentische Pendant der ZIS: Es werden Aufsätze, Lernbeiträge, Fälle, Urteile und Rezensionen zu allen Rechtsgebieten veröffentlicht. Darüber hinaus erscheinen Berichte von studentischem Interesse. Auch hier gilt: kein Abo, keine Zugangsbeschränkungen, einfach lesen bzw. recherchieren.

Zum Webauftritt der Zeitschrift für das Juristische Studium (ZJS)